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Worum geht es bei ALTER VOCALIS EGO (oder kurz: AVE) ?

 

Zusammenfassend könnte man sagen, der Schwerpunkt des Projektes liegt auf kreativer Arbeit unterschiedlichster Art, die in phantasie- und humorvoller Weise die Idee, das Gefühl und die Erfahrung „göttlichen Wahnsinns“ widerspiegelt.

 

 

Was ist „göttlicher Wahnsinn“ ?  

 

In der Antike wurden zwar unterschiedliche Arten und Formen des sogenannten göttlichen Wahnsinns (oder auch "Segnungen des Wahnsinns") beschrieben und definiert, aber etwas, das irgendwann von irgendwem mal niedergeschrieben wurde, ist für AVE eigentlich nebensächlich; stattdessen steht das persönliche Erlebnis und seine individuelle Interpretation im Zentrum des Projektes. Insofern ist obige Frage immer nur subjektiv beantwortbar, es gibt kein "richtig" oder "falsch".  

Aus AVEs Sicht ist das wichtigste Merkmal göttlichen Wahnsinns eine berauschende, belebende, musisch inspirierende Erkenntnis und Erfahrung radikaler Freiheit und das damit verbundene Triumphgefühl; man könnte es auch "dionysisch" oder "das Dionysische" nennen.

 
In welchen Bereichen und auf welche Art AVE zeitweise vorrangig aktiv ist, hängt von den aktuellen Lebensumständen und Interessen seiner Mitglieder und anderweitig Involvierter ab. Es geht im Kern weniger um die jeweilige Form und Manifestation der kreativen Arbeit (falls es überhaupt soweit kommt), als viel mehr um die anarchische Geisteshaltung, das freiheitliche und ekstatisch-befreiende Lebensgefühl: 
 

   

Crown yourself with ivy, anything goes! Bekränze dich mit Efeu, alles ist möglich! 

 

Damit ist das Wesentliche eigentlich schon auf den Punkt gebracht.        

 

 

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Als wichtigste Inspirationsquellen und vielleicht konzeptionellen 'Rahmen' -- wobei die einschränkende, begrenzende Bedeutung dieses Wortes hier irreführend ist -- gelten AVE die mythischen Figuren des griechischen Gottes Dionysos und seines 'Propheten' Orpheus (der traditionell als Urheber dionysischer Geheimlehren gesehen wurde), Dionysosvorstellungen der Romantik, sowie auch verschiedene moderne Interpretationen des  'Dionysischen', die vor allem von Friedrich Nietzsche (und seinen z.T.  sehr unterschiedlichen Nachfolgern, z.B. Georges Bataille) geprägt wurden:

 

"Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse… 

Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn...

Und welche Bedeutung hat dann (...) jener Wahnsinn, aus dem die tragische wie die komische Kunst erwuchs, der dionysische Wahnsinn? Wie? Ist Wahnsinn vielleicht nicht notwendig das Symptom der Entartung, des Niedergangs …?  

[Es war] gerade der Wahnsinn (...), um ein Wort Platos zu gebrauchen, der die größten Segnungen (…) gebracht hat ... 

Das Jasagen zum Leben selbst noch in seinen fremdesten und härtesten Problemen ... 

das nannte ich dionysisch, das erriet ich als die Brücke zur Psychologie des tragischen Dichters... ich, der letzte Jünger des Philosophen Dionysos."

 

Betont wird in dem Projekt die Verbindung des Dionysischen und Orphischen mit Themen und Motiven des Phantastik- bzw. 'Horror'-Genres, da die Ästhetik des Horrors -- die in der mythischen und tragischen Dichtung der Antike ihren Ursprung hat -- von AVE als ein genuiner Ausdruck des Dionysischen gedeutet wird.  

 

"Man denke nur an die Tragödie, an Shakespeare, und es gibt eine Vielzahl solcher Aspekte; (...) [es ist] die Literatur, die uns das Schlimmste zu sehen erlaubt und uns gleichzeitig zeigt, wie man ihm die Stirn bietet, wie man es überwindet. Ein Mensch, der spielt, findet im Spiel immer auch die Kraft, das zu überwinden, was das Spiel an Horror mit sich bringt." (Georges Bataille)

 

Als bedeutsam prägende Einflüsse dieser Ästhetik sind in erster Linie die Altmeister der phantastischen und unheimlichen Literatur zu nennen, allen voran Edgar Allan Poe: 

 

"Es ist noch die Frage, ob der Wahnsinn nicht die erhabenste Geistigkeit bedeutet, ob nicht vieles Glorreiche und alles Tiefe seinen Ursprung (...) in dem besonderen Wesen eines Zustandes hat, der auf Kosten des allgemeinen Verstandes aufs äußerste, und zwar einseitig, erregt ist. Die Menschen, die am hellen Tage träumen, lernen Dinge kennen, die denen entgehen müssen, die nur nachts träumen. Durch den grauen Nebel ihrer Visionen dringen flüchtige Schimmer der Ewigkeit zu ihnen, und halberwachend fühlen sie mit Schaudern, daß sie einen Augenblick lang an das große Geheimnis gerührt haben. Ruckweise erfassen sie einiges von der Weisheit, die gut, und vieles von bloßem Wissen, das schlecht ist."

 

Ganz im Sinne des dionysisch-orphischen Konzeptes gilt ein besonderes Augenmerk der vielfältigen Ausgestaltung und Interpretation der sogenannten Orphischen Liebe. Der Literaturwissenschaftler Hans Richard Brittnacher schreibt über die Thematisierung dieses Motivs bei Poe:

 

"Keiner hat sich des Themas (...) mit größerer Inbrunst angenommen als E. A. Poe, dessen Philosophy of Composition eine poetologische Rechtfertigung des morbiden Motivs entwickelt, die in dem berühmten Satz gipfelt: »Der Tod einer schönen Frau ist also fraglos der dichterischste Gegenstand auf Erden.« (...) Hinter dieser Formulierung steht ein ästhetisches Konzept, das den weiblichen Tod in Analogie zum Schaffen eines Kunstwerkes setzt -- der Tod der Frau wiederholt »die ambiguöse Forderung der Kunst, lebende, beseelte Materie in nicht belebte Form umwandeln zu müssen« [Bronfen, 1987] ... [Er] wird zum Anlaß, Phantasien der Liebe und Etüden auf ihr Verschwinden zu formulieren -- aber während die männlichen Dichter das Hohelied der Liebe singen, müssen sie sich noch das Blut ihrer Opfer von den Lippen lecken." (H.R. Brittnacher, Ästhetik des Horrors)

 

 

 

  

AVE wurde von "Frater F." als Solo-Projekt zu einem Zeitpunkt ins Leben gerufen, als er noch vorwiegend im Dark Wave- bzw. Gothic-Genre als Live- und Studiomusiker u.a. für die Band Persephone tätig war.
Tobias "Toby" Hahn (u.a. Produzent von L'Âme Immortelle, Sopor Aeternus und Janus) machte den Vorschlag, Frater F.s Songs in seinem gemütlichen "Nachtschicht-Studio" gemeinsam aufzunehmen und zu produzieren, wobei dann auch weitere Mitglieder von Janus und Persephone (namentlich Martin Höfert am Cello und Robert Beyer am Bass) als Gastmusiker zum Zuge kamen.

 

In den folgenden Jahren widmete sich Frater F.  in erster Linie seinem Studium der Geschichts- und Kulturwissenschaften in Berlin und arbeitete nebenher in entsprechenden Projekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter sehr inspirierender (und geradezu enthusiastischer) Leitung der renommierten Dionysos-Expertin Prof. Renate Schlesier. Nach einem internationalen Workshop zum Thema "Konstruktionen des Dionysos in der Moderne" -- bei dem auch die illustren Forscher Jean Bollack, Albert Henrichs und Bernhard Böschenstein zu Gast waren -- kam es bei der anschließenden Feier mit viel gutem Wein zu dem schicksalhaften Zusammentreffen Frater F.s mit "Lector Z.", als dessen Folge die Idee geboren wurde, AVE in der Form zu konzipieren, in der es mehr oder weniger konstant bis heute besteht.


Komplettiert wurde das Ganze im Laufe der Zeit schließlich durch eine wechselnde Besetzung von Gastmusikern und -künstlern; die Segnungen des Wahnsinns nahmen ihren Lauf.
 

 

Mehr über AVE und weiterführende Links gibt es auf den Seiten Releases & Downloads und Presse & Links.

 

Wir sind immer auf der Suche nach Musikern, Künstlern, Kreativen und

Aktiven jeder Art für unterschiedliche Projekte. Wer sich irgendwie von AVE

angesprochen fühlt ist herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.